
Ne, alles klar. Fuchsblog war gestern, bald kommt was besseres. Tolles Ding, echt dufte. Ich sag Bescheid und schonmal DANKE!
The Heavy sind ein drogengeschwängerter Splatter-Pornofilm aus den 70ern. Viele Farben, überbordende Gitarren. Und am Schreibtisch schiebt Soul den Rock hoch und nimmt den Blues von hinten. Was das mit den Beat-Connaiseuren von Ninja Tune zu tun hat? Wenig und deshalb gibt’s ja auch das formidable Sub-Label „Counter Records“, Heimstatt von z.B. PopLevi. Gegen dessen geschmeidigen Wahnsinn nehmen sich The Heavy aus wie die Partysprenger mit CharlesManson-Shirts. Kaum länger als eine halbe Stunde bürstet einen dieser vor Ideen überbordende Bastard quer, um einen anschließend mit Fragezeichen über dem Kopf dastehen zu lassen. Was war das denn? Keine Ahnung, aber geil. Akustische Gitarren, Bristol-Sound, Riffs aus dem Sarg, ein exorzistischer Roadmovie. Ich versteh hier gar nix mehr. Schöner Zustand. Wo kommendie nochmal her? Bath. Bath?! Von da aus kann man dem Arsch der Welt zuprosten. Auch das noch… Schnell nochmal die halbe Stunde in die Vene jagen. Mitbrüllen. Die Schubladen rausreißen. Brutal gut. Brutal. Gut.
Mensch, Wansleben, da haben Sie sich mit Ihrem Vorschlag, dass deutsche Arbeitnehmer den Urlaub zur Weiterbildung nutzen sollen, ganz schön was einfallen lassen. Als reinrassiger Hauptgeschäftsführer des deutschen Industrie- und Handelskammertages blubberte es aus Ihrem Munde, dass Sie den letzten Urlaub zum Sprachtraining nutzten, indem Sie fremdsprachige Literatur gelesen hätten. Wissen Sie, was Leute tun, deren Menschwerdung bereits abgeschlossen ist? Die lassen sich warmes Meerwasser um die Testikel spülen, trinken bei 30 Grad fremde Biersorten und glotzen schön anzuschauenden Frauen aus aller Herren Länder auf den Hintern. Und wenn Sie nicht bald still sind, bekommen Sie von diesen Menschen demnächst auch noch Postkarten geschickt. Ätsch.
Am Tage vor ihrem Abmarsch in den Urlaub hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Rahmen einer Bundespressekonferenz Hof. Bilanz: Aufschwung, keine Arbeitslosen mehr, Deutschland toll. Alles klasse. Kurz lächeln und dann ab. So weit, so langweilig. Im Nachklapp sah man dann Hubertus Heil (SPD), der alles Positive für seine Partei verbuchen wollte und dann Dirk Niebel (FDP), der auch irgendwas rhabarberte. Kurz vorm Einnicken, kamen dann Sie, Dietmar Bartsch. Was Sie GESAGT haben, war innerhalb von Nano-Sekunden vergessen. Vollkommen uninteressant. Viel spektakulärer war, wie sie AUSSAHEN! Neben Ihrem irgendwie etwas dubios aussehenden Mienenspiel und den immer etwas halbfettig wirkenden Haarschopf trugen Sie nämlich etwas im Gesicht, was da nicht hingehörte: Eine Sonnenbrille! In einem geschlossenen Raum! Im Fernsehen! Was hat Sie denn da geritten?! Bartsch, Sie sind doch nicht irre, Sie sind Bundesgeschäftsführer der Linken! Wenn Sie mit Ihrer Mediterranität nicht aufpassen, wähl ich Sie auf einmal beim nächsten Mal noch! Schönen Urlaub!
Auf Empfehlung der sympathischen Unternehmensberatung McKinsey hat der Privatsender, an dem der Axel Springer Verlag als Anteils-
Dieter Hildebrandt, Jahrgang 1927, hat den Großteil seines kabarettistischen Lebens in Zeiten verbracht, in denen Abgrenzungen weitaus einfacher funktionierten als heutzutage. Im Bundestag standen sich ehemalige Widerstandskämpfer auf der einen und ehemalige SS-Leute auf der anderen Seite gegenüber. Alles rechts der Mitte war böse, alles links der Mitte gut. Der Frontverlauf war eindeutig. Seitdem hat sich einiges getan: Die Guten haben völkerrechtswidrige Angriffskriege geführt, den Sozialstaat verstümmelt und – als sie die Macht dazu hatten – nicht viel weniger lügnerisch, käuflich und einknickend gezeigt als die Konservativen und Liberalen, denen Dieter Hildebrandt dies gerne und zurecht aufs Brot schmierte. Mit weit aufgerissenen Augen, haspelnd und bohrend. Konstantin Wecker haute dazu brünftig schwitzend in die Tasten und sang irgendwas vom „Willi“, den sie „zerschloagen ham“. So war das damals in der guten alten BRD, an die man sich einst dergestalt erinnern wird, dass Helmut Kohl der letzte sozialdemokratische Bundeskanzler dieses Landes war. Dieter Hildebrandt hat die Schmierenstücke der rot-grünen Bundesregierung nicht dazu genutzt, seine Ziele neu zu justieren. Kein Schröder, kein Fischer, kein Scharping, kein Steinbrück, kein Steinmeier. Nur Kohl, Stoiber, Seehofer, Koch, Westerwelle, Niebel, Söder, Brüderle. Gewürzt mit Witzen gegen Holländer und Unternehmensberater. Das tut ihm nicht weh und seinem Publikum erst recht nicht. Das bekommt, was es serviert haben will, an einem Abend, der mehr gesellschaftliches Ereignis als Politisches Kabarett bietet. Gerhard Polt eröffnete einst sein Programm mit einem feinsinnigen und wendungsreichen Stück, in dem er als Touristenführer durch ein Konzentrationslager seinem Publikum bereits nach fünf Minuten klarmachte, dass hier und heute keine billigen Lacher und kein gemütliches Zurücklehnen abzugreifen sei. Dies ist bei Hildebrandt undenkbar. Er hat mittlerweile den „Institutions“-Status erreicht und ist nicht mehr willens oder auch in der Lage, in seinem Publikum Widerhaken zu verankern. Der größte Politische Kabarettist in Nachkriegsdeutschland, Matthias Beltz, wurde am Tage nach seinem Tode mit einem Schmähartikel der übelsten Sorte in Deutschlands Gossen-Postille Nr. 1 bedacht. Die Nachrufe auf Hildebrandt werden staatstragend und milde sein, man wird ihn als „Sturmgeschütz der Demokratie“ und „hellwachen Geist mit scharfer Zunge“ rühmen. Zumindest zweiteres lässt sich nach diesem Abend im wohlig gefüllten Trierer Theater nicht unterstreichen. Während seine starken Momente in der Kommentierung von Tagesaktuellem liegen, so sind die vorgetragenen Texte aus seinem neuen Buch „Nie wieder 80“ doch von teilweise erschütternder Flachheit. Wem zu Roland Koch kein besserer Satz als „Wenn Lügen kurze Beine hätten, könnte er aufrecht unterm Kabinettstisch hin und her rennen“ einfällt oder als Kritik am grassierenden „Berater“-Unwesen nur eine bereits hundertmal in allen Variationen gehörte Metapher aus dem empörten Munde tropft, dem ist ein „je platter, desto mehr lach-lach“-Publikum vielleicht doch nicht so unberechtigt in den Veranstaltungssaal gerutscht.
Hallo NPD! Ich will ja nicht drängeln, aber wird's nicht langsam mal wieder Zeit?! Also 2004 gab's ja die tolle CD "Schnauze voll - Wahltag ist Zahltag" und im Jahr darauf die nicht minder groovige "Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker". 2006 wurde das Material wohl schon etwas dünne, denn "Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker" wurde nur in einer "neuen, veränderten Auflage" herausgebracht. Und 2007? Bisher noch gar nix. Dabei ist das Jahr doch schon halb rum! Wo stecken denn die nationalen Liedermacher? Kriegen den rechten Arm nicht mehr runter an die Klampfe?! NPD, nehmt doch irgendwas auf. Irgendwas! Oder soll der nächste Schülerjahrgang ohne solch schinkenspeckgesichtige Heulsusennummern wie "Vertriebenenballade" der zackigen Band "Noie Werte" auskommen? Das könnt ihr doch wohl nicht wollen! Also, ran ans Liedgut. Wer schief singt, verkloppt wenigstens in der Zeit keine Ausländer.
Oberligist Eintracht Trier unterlag heute nach ansprechender Leistung dem Zweitligisten 1.FC Köln mit 0-2. Vor ca. 2.500 Zuschauern erzielte der auffälligste Spieler auf dem Platz, Vucicevic, in der 28. Spielminute mit einem sehenswerten Heber aus 40 Metern den Führungstreffer für die Domstädter. Vorausgegangen war ein krasser Fehler von Michael Krempchen. Den Endstand markierte Novakovic in der 52. Minute. Kurz vor Schluss vergab der eingewechselte Alan Milak mit einer schönen Volley-Abnahme die größte Trierer Chance. Beste Spieler der Eintracht: Der stark mitspielende Torhüter Uli Schneider und Christian Müller, der die Kölner Hintermannschaft ab und an in Verlegenheit bringen konnte.
Sehr geehrter Herr Riester, Bundesminister a.D., so ganz geht mir immer noch nicht in den Kopf, warum der Bund, ergo der Steuerzahler, die Vorsorge bei der Privaten Versicherungswirtschaft unterstützt, wenn er dies weitaus kostengünstiger im eigenen Hause, sprich der gesetzlichen Rentenversicherung tun könnte. Ist das nicht unlogisch? Ist das nicht geradezu bescheuert? Und vor allem: wem nützt das?Riester, Walter , SPD Bundesminister a. D.
Entgeltliche Tätigkeiten neben dem Mandat:
Schäuble, schon ein paar Tage nix mehr von Ihnen gehört. Gestern haben Sie aber ganz schön hingelangt: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will laut einer dpa-Meldung den staatlichen Maßnahmenkatalog gegen Terror-Sympathisanten und so genannte Gefährder deutlich ausweiten. «Man könnte beispielsweise einen Straftatbestand der Verschwörung einführen wie in Amerika», sagte Schäuble in einem Interview des Magazins «Der Spiegel».«Die andere Frage ist aber: Kann man solche Gefährder behandeln wie Kombattanten (Kämpfer) und internieren?» Schäuble denkt auch an Auflagen für Gefährder, die nicht abgeschoben werden können, «etwa ein Kommunikationsverbot im Internet oder mit dem Handy».
Es müsse geklärt werden, «ob unser Rechtsstaat ausreicht, um den neuen Bedrohungen zu begegnen». Er fügte hinzu: «Die Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist mit den klassischen Mitteln der Polizei jedenfalls nicht zu meistern.» Die rechtlichen Probleme reichten «bis hin zu Extremfällen wie dem so genannten Targeted Killing (gezielte Tötung)», sagte der Innenminister. Würde etwa Osama bin Laden aufgespürt und stünde eine derartige Entscheidung an, wären die Rechtsfragen in Deutschland völlig ungeklärt. «
Schäuble, ich weiß, das Grundgesetz ist nicht so Ihr Ding und die vielbeschworene "freiheitlich-demokratische Grundordnung" eine Sache, die man gerne und ausschließlich gegenüber Leuten ins Spiel bringt, deren Nase einem nicht passt. Ein kleiner Hinweis dennoch in Sachen "ungeklärte Rechtsfrage gezielte Tötung eines Osama bin Laden": Ist sie gar nicht. Ist schlichtweg verboten. Nix erlaubt. Nada. Niente. No fucking way. Fragen Sie halt einfach mal beim Bundesverfassungsgericht nach. Die Telefonzentrale erreichen Sie unter: 0721/9101-0
Mit "Das Leben der Anderen" ist Florian Henckel von Donnersmarck ein schöner Film gelungen. Dafür gab's dann auch prompt den Oscar. Und das Elend begann. Schon während und nach der Zeremonie schien bei Herrn von Donnersmarck das ein oder andere Lämpchen durchgebrannt zu sein. Es hat wohl niemand repariert, denn was durfte man heute patzig aus der Feder von Donnersmarcks in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lesen? "Waren uns Stauffenberg und Konsorten nach dem Krieg noch undeutsche Vaterlandsverräter, so ist uns heute selbst der größte Star der Siegernation nicht gut genug, unseren Übermenschen Stauffenberg zu spielen, wenn dieser Star in seinen persönlichen Überzeugungen nicht ganz auf dem gegenwärtigen Kurs Deutschlands liegt." Und das alles nur, weil weder die Familie von Stauffenbergs vor Euphorie in die Hände klatschte, noch das Bundesfinanzministerium eine Drehgenehmigung im Bendlerblock erteilte, in dem von Stauffenberg hingerichtet wurde. Irgendwie ist die Begeisterung darüber, Tom Cruise in einem verkitscht-historischen Helden-Epos zu bewundern, nur sehr rar ausgeprägt. Jedenfalls außerhalb von Scientology und dem künstlerisch tüchtig durchgeschaukelten Gehirn des Star-Regisseurs F.H.v.D. - Und diesen Umstand sollte man kaum bedauern.
"Der 17-jährige Marco sitzt in der Türkei im Knast, weil er dort die Sex-Gesetze übertreten hat. Damit dir sowas nicht passiert, sagen wir dir, in welchem Land welche Bestimmungen gelten!"
Man muss Jürgen W. Möllemann nicht gemocht haben. Es gab sogar eine Vielzahl guter Gründe, ihn als antisemitischen Brandstifter oder schlichtweg egozentrischen Karrieristen zu betrachten, dem für 1.000 zusätzliche Wahlstimmen jede Schweinerei recht gewesen wäre. Sie, Christof Lang, sind "Nachrichtensprecher" beim "RTL-Nachtjournal" und, wenn auch auf einer anderen Verachtungs-Ebene, keinen Deut besser. Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich doch nochmal das an. Vielleicht merken Sie ja was. Aber bitte mit Ton.
Um dem vollauf berechtigten Anliegen Nachdruck zu verleihen, Dr. Helmut Kohl (CDU) den Friedensnobelpreis zukommen zu lassen, möchte ich auf eine äußerst noble Aktion des "Titanic"-Magazins hinweisen: Unter nachstehender Adresse Unterschriften sammeln (Familie, Freunde, Sitznachbarn in öffentlichen Verkehrsmitteln) und an die angegebene Postanschrift senden. Dr. Helmut Kohl hat soviel für unser Land getan, jetzt ist es an der Zeit "Danke" zu sagen. Und wenn es auch nur durch so etwas popeliges wie einen Friedensnobelpreis (Arafat, Kissinger etc.) ist.
Bitte neben R.E.M. einordnen: Ähnlich dem Frühwerk der Schnittstellen- Band zwischen Außenseitertum und Mainstream um Michael Stipe füllen The National Gesten mit Inhalt. Kein „Alligator 2“, sondern die reine Lehre der Unaufgeregtheit. Und eine Verästelung ihrer eigene Sprache… weiter und weiter. Was sie in aller Deutlichkeit von allen anderen Bands unterscheidet: Mit der Konzentration auf das Eigentliche die Beschreibung des Wesentlichen zu erreichen. Traumsequenzen und Beobachtungen schlängeln sich um traditionelles Songwriting, aus dem in jeder Sekunde die Kenntnis um funktionierende Tradition schimmert. In voller Absicht und in voller Sehnsucht. „Secret Meeting“ heißt jetzt „Fake Empire“. Eben noch das Zimmer, jetzt schon ein ganzes Königreich. Und mit „Mistaken For Strangers“, der ersten Single, dürften ihnen der offensichtlichste Hit ihrer bisherigen Karriere gelungen sein. Was sie wiederum mit R.E.M. verbindet: Auch bei jenen waren die „Hits“ keine Anbiederung an den Massengeschmack, sondern ein Teil des Puzzles ohne Integritätsverlust. Jetzt mal Klartext: Auf allen Ebenen fantastisch.

Mag sein, dass der öffentlichkeitswirksame Zwist mit seinem ehemaligen Förderer genau zur rechten Zeit kommt. Schließlich hat sich die avisierte Ausbreitung dieses kleinen Bastards namens Grime als Schuss in den Ofen erwiesen. Respektvoll geredet wurde über Dizzee & Co. sicherlich zu Hauf – Platten verkauft haben sie außerhalb Londons kaum. Da kann ein bisschen Publicity nicht schaden, wenn das für die Karriere des Eastenders vielleicht entscheidende dritte Album ansteht. „Boy In Da Corner“ des damaligen Teenagers war ein keifendes, verspultes Etwas, das ihn aus der Ecke an die Spitze preschen ließ. „Showtime“ hinterließ außer „Imagine“ keine wirklichen Spuren und interessierte außerhalb der gängigen Zirkel niemanden. Erst recht nicht in Amerika. Nun also „Maths“ (Beats) & „English“ (Lyrics). Wenn man den Überraschungseffekt des Erstlings subtrahiert, sicherlich sein bestes, vielschichtigstes, ausgereiftestes Werk. Bling, bling, bling, „There’s A World Outside“ – und was für eine! Wenn man der – zugegebenermaßen verlockenden – Versuchung widersteht, alles an der verrockten Single „Sirens“ festzumachen, dann bleiben noch 13 Tracks, denen es an Ideenreichtum, Flow und geradezu kindlicher Freude an dem falschen „Biep“ an der richtigen Stelle nicht mangelt. Arctic Monkeys, Lily Allen, Shy FX – okay. Big names for big money. Wenn man mit soviel Ambition dank geldwerter Namen endlich ein verdientermaßen größeres Publikum erreicht – Es sei ihm gegönnt.
(Dizzee Rascal "Maths & English" erschien am 08.06.2007 bei XL/Beggars)
"Ich danke Ihnen, dass sie heute hergekommen sind, um mit mir zu feiern. Wie Sie sich denken können, ist die Verleihung des Ludwig-Börne-Preises an mich nur ein kleiner Schritt vorwärts für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich in Richtung der Hall of Fame der großen Geister. Ich sage das in aller Unbescheidenheit und im vollen Bewusstsein, dass es zum guten Ton und zum Ritual solcher Feiern gehört, sich verwundert und überrascht zu zeigen, dass es nicht einen anderen erwischt hat, einen, der es viel mehr verdient hätte. Sogar Kardinal Ratzinger hatte vor seiner Wahl zum Papst den Allmächtigen angefleht, er möge den Kelch an ihm vorbeigehen lassen. Nein, ich finde, Helmut Markwort hat die richtige Wahl getroffen."Respekt, Herr Broder, nur fünf Sätze hat es sie gebraucht, um jeglicher Vermutung gerecht zu werden. Dass sie vom ehemaligen "Ein Herz für Tiere"-Chefredakteur einen Preis verliehen bekommen haben, der nach einem Literatur- und Theaterkritiker benannt ist, der sich zeitlebens für die Verbreitung der Demokratie als Voraussetzung der Freiheit eingesetzt hat, finden sie nicht absurd, sondern richtig. Natürlich beißt sich das nach Ihrer Logik keineswegs mit der Aussage "Die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, übersteigt die Grenze zum Irrealen". Denn es geht nicht um Recht oder Unrecht, sondern nur um Täter oder Opfer. "Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Täter haben meiste eine längere Lebenserwartung als Opfer und es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein." Ich hoffe, sie waren mit den 20.000,- Euro Preisgeld gut einen mit Helmut Markwort heben und haben sich dabei bestens verstanden. So rein menschlich. Von Schmock zu Schmock.
Funny van Dannen erweist sich auf seinem neuen Tonträger „Trotzdem Danke“ erneut als feinsinniger Alltags-Beobachter, der mit simplen Mitteln Hintergründiges offensichtlich werden lässt.